| Flucht in den Einheitsbrei |
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Der Mensch ist ein Blinder, der vom Sehen träumt.
Ich bin über zehntausend Jahre alt und mein Name, ist Mensch.
Nun, angefangen habe ich wie die meissen anderen von uns auch: Eine Reduktionsteilung, danach ein paar mitotische - vielmehr einige tausend. Ich kam quasi aus dem Plasma, dann vom Regen in die buchstäbliche Traufe, hatte kapp neun Monate Zeit mir ein paar philosophische Gedanken über meinen zukünftigen Lebensweg zu machen und erblickte dann das Licht irgendeiner 220 Volt Deckenlampe. Ganz genau kann ich mich an das Szenario nicht mehr erinnern, doch war es nicht mehr oder weniger spektakulär als jede beliebige andere Lebensschenkungen auch, aber war es eben die meinige. Meine ganz persönliche Sternstunde eines Lebens, dass noch ganz runzelig und blau war, noch undefiniert und ohne markanten Ecken oder Kanten. Aber schließlich haben wir alle mal klein angefangen. Mein Name tut nichts weiter zur Sache, doch ich erlaube mir trotzdem, mich vorzustellen - Itty nennt man mich, vorzugsweise auch Amanda, welchen der beiden Sie sich erwählen, ist für mich und für sie von eher zweitrangigem Interesse. Jahrgang 1986, herbstgeboren, die leben länger, habe ich mir sagen lassen. Geboren in Berlin, doch bin früh weg gezogen, um meine Kindheit in der gletschergeformten Voralpenidyll der oberbayrischen Chiemgaus zu verbringen. Man kann mich getrost zu den Tagträumern zählen, die auf nackten Füßen durch die Weltgeschichte tanzen, immer ein Buch unter dem Arm und getrocknete Farbe an den Händen. Im Grunde harmlos, nur etwas eigensinnig und bei Zeiten etwas melodramatisch und, sofern ich mich grade gezwungenermaßen unter sehr vielen Menschen aufhalten muss beizeiten auch recht misantrophisch. Was mich betrifft, so ist meine Vorstellung des Paradieses ungefähr die, für alle Ewigkeit als Feder auf der Oberfläche eines grünen Waldsees dahin zu treiben oder mich als irgendeine Pilsspore von warmen Aufwinden ins Weltall katapultieren zu lassen, um möglicherweise auf einem anderen Planeten , irgendwo möglichst weit, weit weg zu landen.
Doch da man nun eben nicht als Pilzsspore sondern als Mensch seine bescheidene Existenz fristet und dementsprechend
Aber genug davon, ich wünsche weiterhin noch viel Vergnügen im Einheitsbrei. Von allem will er etwas! Von sich selbst eine Halbheit, immerhin!
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